Netzwerken – mehr als Kontakte sammeln
Neulich las ich auf LinkedIn einen Kurzbericht über eine Unternehmerveranstaltung, die bei uns im Haus stattfand. Der Titel begann mit einem ehrlichen Satz: „Oft sind Networking-Events ehrlich gesagt Zeitfresser – diesen hier kann ich aus voller Überzeugung empfehlen!“
Dieses Lob hat mich nicht nur erfreut, sondern auch zum Nachdenken gebracht. Denn es trifft einen Nerv: Viele Menschen verbinden „Netzwerken“ mit Visitenkarten, Small Talk und LinkedIn-Anfragen. Aber ist das so?
Netzwerke sind zunächst einmal Beziehungsräume. Sie entstehen dort, wo Menschen Wissen, Erfahrungen und Chancen teilen. Hier kommt der Veranstalter in die Verantwortung, der mit seinem Eventformat hoffentlich ein gut durchdachtes Konzept umgesetzt hat. Plattformen wie LinkedIn oder Xing haben diesen Austausch enorm erleichtert. Ein Klick – und schon ist man verbunden. Doch eine digitale Verbindung ist noch keine Beziehung. Aber sie unterstützt dabei, das ein Erstkontakt zu einem potenziellen Business-Netzwerk ausgebaut wird.
Genau hier liegt der Unterschied zwischen digitalem und persönlichem Netzwerken. Online lassen sich Kontakte schnell aufbauen und Informationen effizient verbreiten. Für Sichtbarkeit und erste Anknüpfungspunkte ist das wertvoll. Nachhaltig werden Netzwerke aber oft erst durch echte Begegnungen: Gespräche, spontane Ideen, Sympathie und Vertrauen – zwischenmenschliche Dinge, die nicht in Kommentarspalten übertragbar sind.
Braucht es also beides? Wahrscheinlich ja. Digitale Netzwerke schaffen Reichweite, persönliche Treffen schaffen Tiefe. Die „goldene Mitte“ liegt darin, beides sinnvoll zu verbinden: online sichtbar sein und offline Beziehungen pflegen.
Für geschäftliche Erfolge und die eigene Karriere ist das definitiv entscheidend. Jobs entstehen selten nur durch Ausschreibungen. Oft sind es Empfehlungen, Hinweise oder Gespräche, die Türen öffnen. Netzwerke helfen, Perspektiven zu erweitern, Entwicklungen früher zu erkennen und voneinander zu lernen.
Vielleicht unterstreicht das auch die Aussage im eingangs erwähnten Beitrag. Ein Networking-Event wird dann nicht als Zeitfresser erlebt, wenn echte Gespräche entstehen – und Menschen sich nicht nur vernetzen, sondern eine Verbindung zwischen sich entstehen lassen.
Foto: Stefanie Recknagel (09/2025 LinkedIn Local Nürnberg)

